Arthritis

Begriffsbestimmung

Die Arthritis ist eine Gelenkentzündung, deren Entstehung auf infektiöse, chemisch-physikalische oder immunologische Ursachen zurückgeführt werden kann. Sie kann akut, chronisch oder rezidivierend verlaufen und entweder bleibende Schäden verursachen oder folgenlos verheilen. Je nachdem, wieviele Gelenke von ihr befallen sind, kann man die Monoarthritis (Befall eines Gelenk) von der Polyarthritis (Befall mehrerer Gelenke) unterscheiden.

1. Infektiöse Arthriden

Die infektiöse Arthritis kann durch Bakterien, Pilze und Viren entstehen, wobei die Noxen auf verschiedene Wege in das Gelenk kommen:

1.1 Bakterielle Arthritis

Ätiologie und Pathogenese

Die bakterielle Arthritis kann von einer Vielzahl endogener und exogener Faktoren verursacht werden, wobei die häufigstn Erreger Staphylokokken und bei Kindern auch Streptokokken sind. Gonokokken, Hämophilus, Salmonellen, Proteus, Pseudomonas und Escherica coli sind ebenfalls wichtige Erreger (Böcker et al. 2001: 984-985).

Exogene Ursachen für die Entstehung bzw. für das Eintreten der Noxen in das Gelenk sind meist offene Gelenkverletzungen, intraartikuläre Injektionen (Injektionen in das Gelenk), intraartikuläre Punktionen und operative Eingriffe in das Gelenk.

Endogene Ursachen sind beispielsweise die über dem Blutweg fortgeleiteten Infektionen bei der Osteomyelitis oder das Übergreifen einer Phlegmone.

Symptome

Therapie

1.2 Virale Arthritis

Die virale Arthritis gehört auch zur Klasse der infektiösen Gelenkentzündungen und trittim Zusammenhang mit Virusinfektionen auf, beispielsweise

Symptome einer viralen Arthritis sind Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung und eingeschränkte Funktion des betroffenen Gelenks.

1.3 Lyme Arthritis

Nach einem Zeckenstich kann eine Lyme-Borreliose, erregt von Borrelia burgdorferi, als Krankheitsmanifestation eine Arthritis ausbilden. Die Lyme-Arthritis tritt meist an einzelnen großen Gelenken, wie z.B. Kniegelenk oder Hüftgelenk auf.

2. Chronische Polyarthritis

Definition und Epidemiologie

Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Systemerkrankung die zur Gelenkdestruktion führen kann. Sie ist die häufigste chronische Gelenkerkrankung mit Prävalenz-Schätzungen von 1% der Gesamtbevölkerung, wobei Frauen dreimal so häufig betroffen sind als Männer. Die Häufigkeit des Auftretens erhöht sich im mittleren bis höheren Lebensalter mit Häufigkeitsgipfel im 4. Lebensjahrzehnt. Charakteristisch für die chronische Polyarthritis ist der häufige und symmetrische Befall der Extremitätengelenke vor allem der kleinen Gelenke.

Ätiologie und Pathogenese

Die genaue Ursache der chronischen Polyarthritis ist noch ungeklärt. Es ist jedoch bekannt, dass eine Aktivierung von T-Lymphozyten zu einer entzündlich veränderten Synovia ("Pannus") und zur Zerstörung von Knorpel und Knochen führt, da proliferierended Pannusgewebe wie ein Tumor in die Knorpel und Knochen eindringen kann. Bleibt die chronische Polyarthritis unbehandelt und schreitet sie chronisch fort, kommt es zu einer Gelenkdestruktion mit entsprechender Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Symptome

Diagnose

Die American Rheumatism Association (ARA) schlägt folgende Diagnosekriterien vor (Arnett et al. 1988) :

Für die Diagnosestellung sollen mind. 4 von 7 Kriterien erfüllt sein. Dabei sollen die Kriterien 1-4 für mindestens 6 Wochen vorliegen.

Im Röntgen sind abhängig von den Krankheitsstadien verschiedene Erscheinungen beobachtbar:

Therapie

Zur Behandlung der chronischen Polyarthritis haben sich folgende Mittel als effektiv erwiesen (Aringer, 2005: 160-162):

Nichtpharmakologische Methoden zur Behandlung der chronischen Polyarthritis sind Physiotherapie und Heilgymnastik. Die Zufuhr von Fischölen sowie Eicosapentan- und Docohexansäure kann eine Reduktion von Zytokinen bewirken, was zu einer Verringerung der Entzündungsaktivität führen kann. Weiters können Knochendichtemessungen sinnvoll sein, um einem Verlust an Knochenmasse, wie er bei der chronischen Plyarthritis häufig vorkommt, erkennen und vorbeugen zu können.

Chirurgisch kommen, je nach Fall, Frühsynovektomien, Umstellungsosteotomien oder Arthrodesen / Arthroplastiken zum Einsatz.

Literatur

Aringer, M.: Chronische Polyarthritis. In: Bewegung und Leistung. 2. Aufl. Aringer, M., M.L. Pretterklieber, F. Kainberger (Hg.). Facultas Universitätsvlg, Wien 2005

Arnett, F.C., Edworthy, S.M., Bloch, D.A., McShane, D.J., Fries, J.F., Cooper, N.S., Healey, L.A., Kaplan, S.R., Liang, M.H., and Luthra, H.S. (1988). The American Rheumatism Association 1987 revised criteria for the classification of rheumatoid arthritis. Arthritis Rheum. 31, 315-324.

Böcker, W., Denk, H; Heitz, Ph.U.: Pathologie, 2. Aufl. Urban und Fischer, München-Jena 2001

Submitted by Nizar Abu-Hamdeh