Das Ellbogengelenk

Das Ellbogengelenk (lat.: Articulatio cubiti, cubitus = Ellbogen) ist eine gelenkige Verbindung zwischen Oberarm und Unterarm. Es besteht aus 3 Teilgelenken, die von dem Oberarmknochen (Humerus), der Speiche (Radius) und der Elle (Ulna) geebildet werden. Diese Teilgelenke sind das Oberarm-Ellen-Gelenk (Articulatio humeroulnaris), das Oberarm-Speichen-Gelenk (Articulatio humeroradialis) und das obere Ellen-Speichen-Gelenk (Articulatio radioulnaris proximalis ).

Das Oberarm-Ellen-Gelenk ist ein Scharniergelenk. Es hat nur eine Achse und ermöglicht nur die Beugung und Streckung des Elllbogengelenks. Es liegt zwischen der Trochlea humeri (Rolle des Humerus) und der Insicura trochleais ulnae (Rollen-Einschnitt der Elle).

Das Oberarm-Speichen-Gelenk: Dieses Teilgelenk ist ein Drehscharniergelenk. Es ermöglicht sowohl Beugung und Streckung als auch Rotationsbewegunggen. Das Humeroradialgelenk liegt zwischen Humeruskopf und Radiuskopf.

Das obere Speichen-Ellen-Gelenk ist ein Radgelenk zwischen Radiuskopf und Incisura radialis der Ulna ud emöglicht zusammen mit dem unteren Radioulnargelenk Supination und Pronation. Bei dieser Handbewegung, die sich zwischen den Unterarmknochen abspielt, dreht sich die Speiche im Ellbogengelenk an Ort und Stelle, während sie handwärts um die Elle herumgeführt wird. Bei Supination sind die Unterarmknochen parallel zueinander und die Hand schaut nach oben. Überkreuzen sich Elle und Speiche, so spricht man von Pronation.

Diese drei Teilgelenke werden von einer gemeinsamen Gelenkkapsel umhüllt. Sie hat den Ursprung entlang des Oberrandes der fossa coronoidea und radialis zwischen den Epicondyli medialis und lateralis und ist distal am Vorderrand des Processus coronoideus ulnae und am Ligamentum anulare radii befestigt. Die Gelenkkapsel geht an beiden Seiten in die Kollateralbänder über.

Bänder

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Abbildung: Knochen des rechten Ellbogengelenks von vorn (Lippert, 2000).

1) Epicondylus medialis

2) Trochlea humeri

3) Processus coronoideus ulnae

4) Incisura radialis

5) Tuberositas ulnae

6) Corpus ulnae

7) Corpus radii

8) Tuberositas radii

9) Collum radii

10) Caput radiii mit Circumferentia articularis

11) Incisura trochlearis

12) Capitulum humeri

13) Epicondylus lateralis (humeri)

Bänder

Kräftige Bänder verhindern die seitliche Auslenkung des Gelenks und stabilisieren dieses. Sie entspringen an den medialen und lateralen Epicondylen des Humerus und setzen an den Unterarmknochen und am Ligamentum anulare radii an.

Das Scharniergelenk zwischen Humerus und Ulna wird durch 2 Seitenbänder gesichert.

Das Ligamentum collaterale ulnare (Innenband): Aufgrund seines Verlaufes sieht dieses Band dreieckig aus. Es erreicht mit seinen vorderen Teil die mediale Kante des Processus coronoideus und ist mit seinem hinteren an der entsprechenden Kante des Oberarms befestigt.

Bänder

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Das Ligamentum collaterale radiale (Aussenband): Es erstreckt sich von der Unterseite des Epicondylus lateralis proximal zum Ligamentum anulare radii und distal zu den Rändern der Incisura radialis ulnae.

Das Ligamentum anulare(Ringband): Es verläuft von der Ulna vorn um den Speichenhals zur Ulna hinten. Durch dieses wird der Kopf des Radius an der Ulna gehalten. ist es zu weit verlagert der Radiuskopf distal aus der Schlinge (-> Radiusluxationen). Das proximale Verlagern wird durch das Oberarmköpfchen (Capitulum humeri) verhindert.

Knochen

Humerus

Der obere Abschnitt des Humerus trägt den Humeruskopf (Caput humeri), der mit der Scapula das Schultergelenk bildet. Der Humerus endet nach unten über scharfe Kanten, der inneren und äusseren Crista supracondylaris in den inneren und äusseren Epicondylen des Humerus. Im distalen Teil des Humerus befinden sich das Capitulum humeri (Oberarmköpfchen) und die Trochlea humeri (Oberarmrolle, gr.: trochlea = Walze). Das kleinere Oberarmköpfchen steht in gelenkigem Kontakt mit dem oberen Ende des Radius. Die darüber liegende Fossa radialis ist für die Aufnahme des Radiusköpfchens bei maximaler Beugung des Ellbogengelenks wichtig.

Um die Trochlea humeri befindet sich die Fossa coronoidea , welche bei Beugung des Ellbogengelenks den Processus coronoideus aufnimmt. Auf der Rückseite befinden sich die Fossa olecrani (dreieckige Vertifeung) für die Aufnahme des Ellbogens bei Beugung des Ellbogengelenks.

Radius

Der Radius - auf Deutsch auch Speiche genannt - ist der daumenseitig gelegene bzw. bei nach vorne zeigender Handinnenfläche der äußere der beiden Unterarmknochen. Der sich am proximalen Ende des Radius befindende scheibenförmige Kopf des Radius (caput radii) hat sowohl über seine Randfläche als auch über seine Oberseite eine gelenkige Verbindung. Die Oberseite hat für die Gelenkverbindung mit dem Oberarmkäpfchen eine tellerförmige Grube. Die Randfläche des Radiuskopfes ist auf der Innenseite im Kontakt mit der Incisura radialis ulnae. Am Radiuskopf erhebt sich eine deutliche Speichenbeule (Tuberositas radii), an der der Musculus biceps brachii ansetzt. Der Mittelabschnitt (Diaphyse) der Speiche wird als Radiusschaft (Corpus radii) bezeichnet. Seine innere (mediale) Kante liegt direkt unter der Haut und ist tastbar. Am unteren Ende verbreitert sich der Radius zur einer Gelenkrolle (Trochlea radii). Sie trägt eine Gelenkfläche zur Verbindung mit der Handwurzel (Facies articularis carpea). Zudem liegt dort eine Gelenkfläche (Incisura ulnaris) zur Verbindung mit dem unteren Ende der Elle.

Ulna

Der obere Teil der Ulna besteht aus

Bei maximaler Beugung im Ellbogengelenk bewegt sich der Processus coronoideus in die Grube der Fossa coronoidea hinein. Bei maximaler Sreckung senkt sich das Olekranon in die Fossa olecrani ein.

Das untere Ende der Ulna wird als Processus styloideus (Griffelfortsatz) bezeichnet. Er steht an der Kleinfingerseite oberhalb des Handgelenks mehr oder weniger deutlich hervor.

Muskeln

Streckmuskulatur

Das Ellbogengelenk wird durch die Kontraktion des M. triceps brachii gestreckt - ein dreiköpfiger Muskel, der die ganze Hinterseite des Oberarms umgibt. Er ist in drei Teile unterteilt, dem lateralen (äusseren) Kopf, den medialen und dem langen (inneren) Kopf. Der laterale Kopf hat den Ursprung auf der Hinterseite des Humerus von der Mitte des Schafts bis fast zur Spitze. Der mediale Kopf hat den Ursprung am unteren Teil der Hinterseite des Humerus über einen weiten Raum der sich über ungefähr 2/3 der Länge des Knochens erstreckt. Der lange Kopf hat den Ursprung an der Scapula unterhalb des Schultergelenks. Alle drei Köpfe kommen zusammen in einer gemeinsamen Sehne welche am Olekranon ansetzt.

Beugemuskulatur

Die hauptsächlich an der Beugung des Ellbogengelenks beteiligten Muskeln sind der biceps brachii, der brachialis, und der brachioradialis. Der biceps brachii hat einen langen und einen kurzen Kopf. Im Schultergelenk setzt der lange Kopf des M. biceps brachii am Tuberculum supraglenoidale an. Der Urpsrung des kurzen Kopfes ist am Processus coracoideus des Schulterblattes. Am unteren Ende kommen die beiden Köpfe in einen gemeinsamen Muskel und einer gemeinsamen Sehne zusammen welche das Ellbogengelenk umgibt und tuberositas radii befestigt ist. Der M. brachialis befindet sich zwischen dem biceps und dem humerus beim Ellbogen. Der Ursprung ist an der vorderen Oberfläche der unteren Hälfte des Humerus und der Ansatz an der tuberositas ulnae und der processus coronoideus ulnae. Der brachioradialis befindet sich an der äusseren Oberfläche des Unterarms. Der Ursprung ist am Humerus und der Ansatz am Processus styloideus radii.

Literatur

Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München-Jena 2000. S. 665-668

Bildnachweis

Gray, H.: Anatomy of the human body. 20th Edition. Philadelphia: Lea & Febinger, 1918

Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München-Jena 2000. S. 666, Abb. 832a

Submitted by Nizar Abu-Hamdeh, January 13, 2008