Frakturen

Definition, Ätiologie und Klassifikation

Eine Fraktur (lat. fractura „Bruch“) ist ganz allgemein eine Kontinuitätsunterbrechungen eines Knochens unterschiedlicher Ätiologie. Daher ist es an dieser Stelle sinnvoll, eine Einteilung der Entstehungsursachen von Frakturen vorzustellen.

Traumatische Frakturen

Eine traumatische Fraktur (Trauma v. griech. „Wunde“) ist ein Knochenbruch, der durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung auf den Knochen zurückzuführen ist.

Bei direkter Einwirkung wird der Knochenbruch durch die übermäßigen, die Elastizität und Festigkeit des Knochens überschreitenden außeren Kräfte ausgelöst, welche unmittelbar den Knochen verletzen. Beispiele sind Knochenbrüche, deren Ursache Schläge, Schüsse, Stürze oder Stöße sind.

Im Gegensatz dazu wird bei der indirekten Einwirkung die einwirkende Kraft fortgeleitet und der betroffene Knochen mittelbar verletzt. Der Knochen bricht entfernt von der Einwirkungsstelle und die Ursache ist auf Biegung, Stauchung, Scherung, Torsion oder Abriss zurückzuführen.

Ermüdungsfrakturen

Ermüdungsfrakturen, auch Stressfrakturen genannt, werden nicht direkt durch äußere Einwirkung von Kräften ausgelöst, sondern treten infolge chronischer Schwächung des Knochengewebes durch wiederhohlte unphysiologische Belastungen bzw. Dysbalancen zwischen Belastung und Belastbarkeit des Knochens auf.

Stressfrakturen entstehen am häufigsten in den unteren Extremitäten und treten meist bei Leistungssportlern aber auch bei Soldaten nach lang andauernden Märschen auf (Marschfrakturen). Diese sind mit starken Schmerzen und Schwellungen im Mittel- und Vorfußbereich verbunden die sich durch Belastung verschlimmern.

Die Schipperkrankheit, bei der es zum Abbruch der Dornfortsätze des 7. Halswirbels und des 1. und 2. Brustwirbels durch chronische Überbelastung kommt, ist auch der Kategorie der Ermüdungsfrakturen zuzuordnen.

Pathologische Frakturen

Bei einer pathologischen Fraktur kommt es zu einer vollständigen Kontinuitätsunterbrechung infolge pathologischer Veränderungen des Knochens und damit verbundener Schwächung dessen Struktur.

Beispiele für Erkrankungen, welche die Entstehung von pathologischen Frakturen begünstigen, sind:

Frakturen in Morphologischer und Biomechanischer Einteilung

Eine Einteilung von Frakturen kann auch aufgrund morphologischer und biomechanischer Aspekte erfolgen.

Klinische Einteilung der Frakturen

Weiters unterscheidet man offene von geschlossenen Frakturen.

Von einer offenen Fraktur spricht man, wenn Teile des Knochens aus der Haut heraus treten und sichtbar werden. Offene Frakturen werden nach Gustillo et al. (1984) in folgende Grade unterteilt:

Literatur

Böcker, W., H. Denk, Ph.U. Heitz: Pathologie, 2. Aufl. Urban und Fischer, München-Jena 2001

Cotta, H.: Orthopädie - Ein kurzgefasstes Lehrbuch. 3. Aufl. Georg Thieme, Stuttgart - New York 1982

Gustilo, R.; Mendoza, R.; Williams, D.: Problems in the management of type III (severe) open fractures: A new classification of typeIII open fractures. J Trauma 24:742, 1984.

Hanslik-Schnabel, B.: Infektionen von Knochen und Gelenken. In: Bewegung und Leistung. 2. Aufl. Aringer, M., M.L. Pretterklieber, F. Kainberger (Hg.). Facultas Universitätsvlg, Wien 2005

Klümper, A.: Entzündliche Knochenerkrankungen. In: Knochenerkrankungen. Georg Thieme, Stuttgart - New York 1985

Submitted by Nizar Abu-Hamdeh