Das subakromiale Engpaß-(Impingement) Phänomen

Bei dieser Verletzung kommt es zu Einklemmungserscheinungen im subakromialen Raum: Die Sehnen der Muskeln, die das Schultergelenk bewegen, und das umliegenden Gewebe, werden infolge einer funktionellen Insuffizienz der Muskulatur im subakromialen Raum eingeklemmt.

Normalerweise bewegen sich die Bursa subacromialis und die Sehne des M. supraspinatus bei Abduktion des Armes unter das Schulterdach. Dabei zieht die Rotatorenmanschette den Oberarmkopf nach unten, um keine Engpässe zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf entstehen zu lassen. Dieser physiologische Ablauf kann durch falsche Belastungen verändert werden, wodurch es durch die Einengungen und der damit verbundenen Aneinanderreibung der Strukturen zu Schädigungen / entzündlichen Reaktionen der Bursa subacromialis und der Sehnenplatte der Rotatorenmanschette, besonders die Supraspinatussehne, führen kann. Dies kann Schmerzen im Schulterbereich bewirken.

Diese Schmerzen treten typischerweise bei Abduktion des Armes in einem Winkelbereich zwischen 60° und 120° auf, es kann aber auch zu Ruheschmerzen kommen.

Tests zur Diagnose des Impingement Phänomens wurden von Neer (1983) und Hawkins (1980) vorgeschlagen.

Beim Impingement Test nach Neer (1983) wird erst die Schulter des Patienten in forcierte Beugung gebracht während der Arm proniert (eingedreht) wird. Während dieses Tests wird das Schulterblatt stabilisiert. Schmerzen während der Armbewegung sind ein Zeichen für subakromiales Impingement.

Hawkins (1980) bechreibt einen weiteren Test zur Diagnose des Impingement Phänomens. Der Arm des Patienten wird zuerst angehoben, sodass er ungefähr parallel zum Boden ist. Es folgt eine forcierte Innenrotaion des Arms durch den Arzt. Treten bei diesem Test Schmerzen auf, kann ein subakromiales Impingement oder eine Sehnenentzündung der Rotarorenmanschette vorliegen.

Bak und Fauno (1997) schlagen vor, dass der Hawkins Test im Vergleich zu Neer's Vorgehensweise sensitiver ist.

Obwohl eine Unterscheidung zwischen einer vorliegenden Bursitis subacromalis (Entzündung der Bursa) und einer Sehnenentzündung der Supraspinatussehne durch bildgebende Verfahren (vor allem Ultraschall) erfolgt, kann bei einer Bursitis subacromalis ein Druckschmerz an der Schulterdachvoderkante getastet werden während der Druckschmerz bei einer Supraspinatus Sehnenentzündung über dem Tuberculum majus zu finden ist.

Die folgenden Abbildungen (modifiziert nach Geiger 1997) stellen für ein besseres Verständnis des Problems die funktionelle Anatomie des subakromialen Raums und der Rotatorenmanschettenmuskulatur dar.

subakromialer raumNormale Funktionfehlfunktion

Links: Darstellung des subakromialen Raumes. Die Bursa subakromialis ist blau eingezeichnet, die Supraspinatussehne rot.

Mitte: Normale Funktion. Die Rotatorenmanschette zieht den Oberarmkopf nach unten um einen Engpass zwischen Schulterdach und Oberarmkopf zu verhindern.

Rechts: Pathologisch. Einengung des subakromialen Raumes bei Abduktion des Armes

Risikogruppen und Hinweise zur Prevention und Therapie

Das subakromiale Engpass Phänomen tritt vor allem bei Sportarten auf, die kraftvolle Überkopfbewegungen der Arme, explosive Wurfbewegungen und Drehbewegungen im Schultergelenk erfordern.

In diesen Sportarten tragen nicht nur muskuläre Ungleichgewichte innerhalb der Schultermuskulatur (z.b: Dysbalancen zwischen Supra- und Infraspinatus und M.Deltoideus) sondern auch die hohen Kräfte, die bei der Vordehnung der Muskulatur (z.b: Ausholbewegung beim Speerwurf) zur Vorbereitung für eine schnellkräftige Kontraktion (z.B: explosive Muskel-Gelenk Aktion beim Abwurf des Speeres) entstehen, bei.

Für eine Verletzungsprevention ist in solchen Sportarten vor allem auf eine Vermeidung muskulärer Dysbalancen und auf Durchführung der sportartspezifischen Bewegungen mit korrekter Technik zu achten. Übertraining kann durch rezidivierende Mikrotraumatisierung auch ein Faktor für die Auslösung dieser Verletzung sein. Die Kräftigung der Rotatorenmanschette hat sich in der Sportpraxis und der Sportmedizin für die Prevention und Therapie als sehr effektiv erwiesen. Daher ist für den interessierten Leser im folgenden Link eine Auswahl einiger Übungen zur Prevention / Therapie enthalten.

http://www.limmatsharks.com/files/schulter_kraeftigen.pdf

Weiters schlägt Geiger (1997) folgende Möglichkeiten für die Therapie vor:

Weiters besteht die Möglichkeit einer operativen Therapie falls die konservative Behandlung mit oben genannten Mitteln keine Ergenbisse erzielt.

Literatur

Bak K, Fauno P. Clinical findings in competitive swimmers with shoulder pain. Am J Sports Med 1997;25:254-60.

Geiger, L. Überbelastungsschäden im Sport. BLV Sportwissen,München; Wien; Zürich 1997, S.82-81

Hawkins RJ, Kennedy JC. Impingement syndrome in athletes. Am J Sports Med 1980;8:151-7.

Neer CS. Impingement lesions. Clin Orthop 1983; 173:70-77.

Submitted by Nizar Abu-Hamdeh