Koxarthrose
Synonyme
Arthrosis deformans, Osteoarthrose des Hüftgelenks, Arthrose des Hüftgelenkes
Die Koxarthrose ist eine nicht entzündliche, degenerative Veränderung des Hüftgelenks, die mit einer progressiven Schädigung des Gelenkknorpels und der Gelenkstrukturen - Knochen, Gelenkkapsel und periartikuläre Muskulatur - einhergeht. Sie ist eine häufige Erkrankung die ältere Menschen betrifft, vorwiegend Patienten nach dem 60. Lebensjahr, Frauen häufiger als Männer (Netter 2001:216).
Man unterscheidet:
Primäre Koxarthrosen: Sie tritt meistens erst im höheren Lebensalter, zwischen 50-60 Jahren auf, und ist die häufigste Form der Arthrose. Laut Netter (2001: 216) machen sie 3/4 aller Hüftgelenkarthrosen aus. Meistens befällt sie beide Seiten. Ihre genaue Ursache ist unbekannt.
Sekundäre Koxarthrosen: Diese treten früher auf als die Koxarthrosen und befallen meistens nur eine Seite. Sie kommen durch Gelenkschäden zustande, wie zum Beispiel: Hüftdysplasien, Hüftluxationen, Epiphyseolysen des Humeruskopfs, Infekarthriden oder rheumatische Veränderungen. (Netter 2001, Dt. Ges. f. Orthopädie und orthopäd. Chirurgie 2002).
Zahlreiche Faktoren sind bekannt, die den Verlauf der Arthrose modifizieren. Dazu gehören ein chronisches Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit, Fehlstatik, Bewegungsmangel, sowie klimatische und genetische Faktoren. Diese Faktoren können eine Arthrose verschlimmern bzw. deren Erstmanifestation beschleunigen.
Klinik und Diagnostik
Durch Röntgen: Typisch für diese Erkrankung sind subchondrale Knochenverdichtungen und osteophytäre Anbauten am Hüftkopf und am Pfannenrand. Der Gelenkspalt ist verschmälert, bei späten Stadien aufgehoben. In den Weichteilen, die das Gelenk umgeben, können nach aussen verlagerte Verknöcherungen auftreten.
Die Beschwerden sind subjektiv. Zum Beispiel können bei manchen Erkrankten im Frühstadium bei fehlenden röntgenologischen Zeichen starke Beschwerden auftreten, und im Spätstadium nur mäßige Beschwerden für andere Patienten (Netter 2001)
Belastungsschmerzen und Bewegungsschmerzen sind die ersten Symptome, die sich mit der Zeit verstärken, später können die Schmerzen auch bei Ruhe und Nachts auftreten. Schmerzhafte Bewegungsenschränkungen der Abduktion und Innenrotation, dann der Extension, und zuletzt der Flexion sind beobachtbar. Es kann es zu einer Gelenkfehlstellung bei der Gelenkbeugung, einer Flexionskontraktur, kommen. Diese Beugekontraktur kann wegen der damit verbundenen Hyperlordosierung Schmerzen in der Lendenwirbelsäule verursachen und eine scheinbare Beinverkürzung, die zu einem hinkenden Gangbild führt. Feststellen kann man sie durch den Thomas Hangriff: Eine in ihrer Folge auftretende kompensatorische Beckenkippung wird durch passive maximale Beugung der Gegenseite ausgeglichen. Aufgrund der Extensionseinschränkung kommt das Hüftgelenk der erkrankten Seite in Beugestellung, wobei der Winkel dem Kontrakturausmaß entspricht (Netter 2001)
Die lange Bewegungseinschränkung kann in späteren Stadien zur Athropie der Oberschenkelmusukulatur führen.
Therapie
Im Frühstadium wird diese Erkrankung konservativ behandelt. Dazu gehört Krankengymnastik zum Erhalt der Beweglichkeit und zur Vorbeugung von Muskelathrophien. Physiotherapeutische Massnahmen beinhalten Elektrotherapie, Wärmetherapie, und Bewegungsbäder (Netter 2001).
Literatur
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie (Hrsg.) Leitlinien der Orthopädie. Dt. Ärzte-Verlag, 2. Auflage, Köln 2002
Netter, F. H.: Netter's Orthopädie. Georg Theime Verlag, Stuttgart 2001
Submitted by Nizar Abu-Hamdeh