Sprunggelenkbruch

Synonyme

Sprunggelenkverrenkungsbruch, Sprunggelenkluxationsfraktur, Knöchelfraktur, Malleolarfrakur

Definition

Sprunggelenksbrüche sind unfallbedingte Verletzungen. Die Ursachen sind meistens das Einknicken oder Auswärtsknicken des Fusses. Sie entstehen beim Stolpern oder beim Ausrutschen, aber auch beim Stürzen von grosser Höhe. Verkehrsunfälle und direkte Gewalteinwirkung sind weitere Ursachen.

Generell kann man einfache Brüche mit nur einer Bruchlinie von komplizierteren Bruchformen unterschieden. Ausserdem unterscheidet man Brüche des Aussen oder Innenknöchels mit oder ohne Bandverletzungen. Ist sowohl der Aussen- und der Innenknöchel gebrochen, bezeichnet man das als bimalleoläreren Bruch. Beim dreifachen Knöchelbruch (Trimalleolarfraktur) wird zusätzlich das Volkmann-Dreieck, ein dreieckförmiges Knochenstück am hinteren unteren Ende des Schienbeins, abgerissen.

Klassifikation

Durch die Klassifikation der Sprunggelenkbrüche nach Weber (1972) kann Aufschluss über eine Verletzung des Bandapperates zwischen Schienbein und Wadenbein (vorderes und hinteres Syndesmosenband) gegeben werden. Diese Einteilung richtet sich danach, auf welcher Höhe in Bezug zur Bandverbindung Aussenknöchel-Schienbein (Syndesmose) der Bruch verläuft.

Symptome

Je nach Ausmass des Bruches und Begleitverletzungen treten die Symptome in unterschiedlicher Ausprägung und Lokalisation auf. Symptome sind

Diagnostik

Zur Bestätigung des Verdachts auf einen Sprungelenkbruch werden Röntgenbilder in 2 Ebenen gemacht. Mit ihnen kann auch das Frakturausmass und die Frakturart bestimmt werden. Besteht Verdacht dass das Wadenbeines weiter oberhalb des Sprunggelenkes verletzt ist kommen Röntgenaufnahmen des Unterschenkels oder auch des Kniegelenkes hinzu. Bei Verdacht auf Knorpelschäden ist die Gelenkspiegelung die Methode mit der grössten diagnostischen Sicherheit [1]. Mittels Röntgenbild können ausserdem andere Verletzungen ausgeschlossen werden.

Therapie

Eine konservative Therapie ist bei nicht verschobenen Knöchelfrakturen (Weber A), die ganz anatomisch wieder einrichtbar sind und während der Heilungsdauer unverschoben bleiben, möglich. Unterschenkelgehgips für 10 Tage, danach Unterschenkelgehgips für weitere 4 Wochen oder Spezialschuh und Teilbelastung für 6 Wochen (Maibaum et al. 2006).

Verschobene Knöchelfrakturen werden anatomisch rekonstruiert und durch eine Plattenstabilisierung fixiert. Der Kapsel-Bandapperat einschliesslich der Syndesmose wird genäht (Weber B u. C). Wenn trotzdem keine ausreichende Gelenkstabilität besteht muss die Syndesmose durch eine Stellschraube gesichert werden (Maibaum et al. 2006).

Ziele der Therapie sind eine genaue Wiederherstellung des Knöchelgabelabstandes, übungsstabile, längenausgeglichene Plattenstabilisierung des Wadenbeins als Grundlage einer funktionellen Nachbehandlung und Readaption der Bänder unter physiologischer Spannung.

Literatur

[1] Klinik für Unfallchirurgie, Plastische und Wiederherstellungschirurgie der Georg-August-Universität Göttingen.: Infoportal Sprunggelenk Brüche. http://www.unfallchirurgie.med.uni-goettingen.de/InfoPortal/Patienten/German/Bein/OSG/OSGVerletzung.html, o.J

[2]Maibaum, S.; M. Braun; B. Jagomast; K. Kucera.: Therapielexikon der Sportmedizin, 2. Aufl., Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2006

[3]Weber BG: Die Verletzungen des oberen Sprunggelenkes. 2. Aufl., Huber Bern, Stuttgart, Wien 1972

Submitted by Nizar Abu-Hamdeh