Tennisellbogen

Synonyme: Epicondylitis humeri radialis, Epicondylose

Tennis Ellbow

Definition, Ätiologie und Pathogenese

Es handelt sich um den am häufigsten auftretenden Überlastungsschaden des Ellbogengelenks, ein Schmerzsyndrom, welches durch eine Überlastungsreaktion der Sehnenplatte der Hand- und Fingermuskulatur am Epicondylus radialis des Humerus verursacht wird. Die einwirkende Zugkraft pro Fläche ist in diesem Bereich besonders gross, da die Handgelenk-Streckmuskulatur am Epicondylus lateralis eine sehr kleine Ursprungsfläche hat. Dadurch ist eine Voraussetzung zur Enstehung von degenerativen Veränderungen der Sehnen und Muskeln gegeben; mehrere exogene Faktoren können diese schliesslich auslösen (Geiger, 1997):

Epidemiologie

Der Erkrankungsgipfel liegt im 4.Lebensjahrzehnt, meistens jenseits des 45. Lebensjahres. Betroffen sind vor allem folgende Sportarten:

Symptomatik

Folgende Symptome treten bei dieser Erkrankung auf. Meist sind diese recht eindeutig.

Diagnostik

Bei der Diagnostik können folgende Provokationstests angewendet werden:

Lässt sich so der typische Schmerz provozieren, gilt der jeweilige Test als positiv.

Bei unklarem klinischen Bild und zur Differentialdiagnose können Röntgenbilder gemacht werden. Das Röntgenbild ist meistens unauffällig, aber kann in manchen Fällen knöcherne Veränderungen am Epicondylus radialis zeigen. Frakturen oder freie Gelenkkörper können differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden.

Therapie

Laut Geiger (1997) bringt eine konsequent durchgeführte konservative Therapie bei Beachtung aller Störfaktoren in 80-90% eine Ausheilung. Zu den erfolgsversprechenden Massnahmen zählt er:

Für eine Operation und die damit verbundenen möglichen Komplikationen muss eine strenge Indikation gegeben sein. Private und berufliche Umstände des Patienten und die Intensität der Schmerzen müssen betrachtet bevor man sich zu einer Operation entschliesst. Ausserdem sollte man es ausreichend lange mit einer konservativen Therapie versucht haben. Falls die konservative Therapie nach etwa einjährigen konservativen Therapieversuchs versagt kann man sich zu einer Operation entschliessen. Laut Maibaum et al. (2006) wird dabei das veränderte Sehnengewebe herausgeschntten und die einstrahlenden Nervenfasern unterbrochen (Operationsmethode nach Hohmann-Wilhelm modifiziert nach Nirschl). Die Erfolgsrate ist hier ca. 70-75%.

Prophylaxe

Literatur

Gardner RC.: Tennis elbow: diagnosis, pathology and treatment: nine severe cases treated by a new reconstructive operation. 72: 248-253; Clinical Orthopaedics 1970

Geiger, L.: Überlastungsschäden im Sport, 1. Auflage, S.100-101, BLV Sportwissen 1997

Hume PA, Reid D, Edwards T.: Epicondylar injury in sport: epidemiology, type, mechanisms, assessment, management and prevention. Sports Med. 2006;36(2):151-70

Hohmann, G. (1933): Das Wesen und die Behandlung des sogenannten Tennisellenbogens. Münch. 80:250-252. Medizinische Wochenzeitschrift 1933

Maibaum, S.; M. Braun; B. Jagomast; K. Kucera.: Therapielexikon der Sportmedizin, 2. Aufl. S. 198-199, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2006

Wilhelm, A.: Therapieresistente Epicondylitis humeri radialis und Denervationsoperation. S. 25-34. Perative Orthopädie und Traumatologie 1 (Heft 1), 1989

Submitted by Nizar Abu-Hamdeh